Fünfzehn oder 5zehn oder 15 – Einladung zum Feiern
2. Juni 2026, Grafik, Typografie, Webdesign
Im Juni 2011 bin ich die ersten Schritte in mein selbstständiges Arbeitsleben gewagt. Die Vorbereitungen liefen schon vorher an. Dank einer Förderung der SAB bildete ich mich in den Bereichen Marketing, Buchhaltung und Recht weiter. Mein Arbeitsleben als Webdesignerin startete ich mit der Gestaltung von Webseiten und Postern. Dem bin ich treu geblieben. Inzwischen ist der Umfang meiner Arbeiten im Bereich Webdesign umfangreicher geworden. Mit der Anforderungsanalyse begonnen, über die Entwicklung von eigenen Themes für die CMS WordPress und ClassicPress, bis zur Onlinestellung bekommen meine Kund*innen nun ihre Wünsche ins digitale umgesetzt.
In Ergänzung zu meinen Berufsausbildungen entschied ich mich vier Jahre später für die Ausbildung Typografie-Intensiv. Diese fand einmal monatlich als Blockseminar in der Nähev von München statt. In dieser von Rudolf Paulus Gorbach geleiteten Weiterbildung eröffnete sich mir die Welt der Typen – der Buchstaben, der Innenräume, des Weißraums, der Formenvielfalt und so weiter. Für die Abschlussarbeit untersuchte ich den kleinen Buchstaben g und fand in einer der früheren Teilnehmerinnen eine Verlegerin.
Lange Zeit hatte ich meine Leidenschaft für Zeichnen und Malen hinter all den Dingen, die Familien so tun, gestellt. Im Anschluß an die Typografie-Ausbildung begann ich wöchentlich verschiedene Kurse zu besuchen. Da mich auch weiterhin die Typografie begeisterte, studierte ich zwei Semester an der Abendakademie der HGB in Leipzig. Die dort entwickelten Schriften ruhen noch heute und warten auf eine Vollendung.
Von Jahr zu Jahr vertiefte ich meine Kenntnisse in der „Designprogrammierung“, also HTML und CSS. Es entstanden rein typografische Seiten in reinstem HTML, aber auch umfangreiche Redesigns mit der Einbindung von externen Datenbanken. Eine meiner Lieblingsseiten wird in einem SVG-Editor erstellt und erlaubt so eine sehr freie Gestaltung auf der Fläche. Dass sich der Kundenkreis immer mehr in den künstlerischen Bereich fokussierte, liegt sicher an meiner eigenen Ausrichtung.
Was wäre das Leben ohne eine warmherzige Unterstützung? Ins Museum für Druckkunst kam ich allein und blieb diesem bis heute treu. Christine Hartmann vermittelte mich nicht nur zu dem Unterstützerkreis der Typotage, sie ermöglichte mir die ersten Schritte im Handsatz. Meine erste Visitenkarte setzte ich unter dem strengen Blick eines ehrenamtlich arbeitenden Pensionärs. Inzwischen gebe ich im Museum meine eigenen Workshops mit dem Titel „Druck dich aus“.
Nicht unerwähnt sollen die Poster für den wissenschaftlichen Bereich bleiben. Was mich an der Gestaltung besonders reizt, ist die Visualisierung der wissenschaftlichen Thematik und die Auseinandersetzung mit den Akteuren. Die Aussagen strukturiert und pointiert darzustellen, fordert meine Kreativität ungemein heraus. Für eine Veranstaltung von Historikern und Informatikern setzte und druckte ich das Plakat von Hand, also im Buchdruck. Überwiegend arbeitete ich aber Digital mit Illustrator, Photoshop und InDesign.
Mit der „Walz“, einem Programm des Vereins für die Schwarze Kunst, verband ich meine Reiselust mit meinem Interesse für den Handsatz. In diesen insgesamt 40 Arbeitstagen habe ich unglaublich viel kennengelernt. Ich bereiste innerhalb der Walz und danach Werkstätten in sieben Ländern und besuchte Buchdrucker*innen, die freiberuflich oder im Verein arbeiten.
Dies alles, und noch viel mehr, passierte in den letzten fünfzehn Jahren. Am 9. Juni lade ich alle Interessierten ein, beim Andruck meiner Korrex-Stuttgart dabei zu sein und so das nächste Kapitel meiner Freiberuflichkeit zu eröffnen. Zur besseren Planung bitte ich um Anmeldung! Die Veranstaltung wird von 15 bis 19 Uhr in meinem Atelier für analoge und digitale Gestaltung stattfinden.
Kurz und genau
9. Juni 2026, 15 bis 19 Uhr, Andruck und 15jähriges Jubiläum
Anmeldung per Mail: Kontakt
Ort: Scharnhorststr. 38, Leipzig.